Consulting-Pilot: Wie Mode online vermarkten?
Pepe Burkhardt

Consulting-Pilot: Wie Mode online vermarkten?

Burberry Prorsum Menswear Autumn_Winter 2014 Show - Live Stream on Facebook

Burberry auf Facebook

Bei Modepilot machen wir uns ja immer wieder Gedanken, wohin das Modebusiness geht, welche Firmen es verstanden haben, ihr Geschäft an die Neuzeit anzupassen und wo es Nachholbedarf gibt. Denken wir an Online-Vermarktung, fällt uns sofort eine Firma ein:  Burberry ist nach wie vor der Spitzenreiter in der digitalen Vermarktung. Bereits vor einem Jahr gab man dort (laut meiner Quelle) 50 % des Marketing-Budgets für den digitalen Bereich aus. Das ist wahnsinnig viel! Hier in Deutschland fangen die meisten Modehäuser erst damit an, ihre Online Shops aufzumöbeln. Und selbst das ist dann so naiv umgesetzt, dass man am Liebsten schreie möchte: AUFWACHEN! Online bedeutet nun mal eine große Summe von Investitionen. Man denke nur an die Stellenerweiterungen und die Produktionskosten. Mal abgesehen von der ganzen Technik.

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Burberry spielt auf alle wichtigen Kanälen einschließlich der hauseigenen App die Modenschau! Neuzugang: VINE!

Aber vielleicht tut sich ja was in Zukunft. Dank dessen, dass nun auch große Verlagshäuser wie vor Kurzem Gruner+Jahr eine Trendwende einschlagen. Vielleicht lag es auch daran, dass im März 2013 der Axel-Springer Verlag den digitalen Bereich mit einem Erlös von 1,17 Mrd. Euro als das umsatzstärkste Segment bekannt gab. Es ist gut, dass nun jüngere, und ich möchte sagen, dynamische Personen in Führungsebenen aufsteigen. Siehe Julia Jäkel (G+J) oder Kathrin Bierling (Burda). Und dann, wenn sich solche Frauen beim Ladies Lunch oder beim privaten Abendessen in Rotherbaum, Bogenhosen oder sonst wo über den digitalen Zuwachs unterhalten, wird vielleicht auch den zuhörenden Gästen bewusst, wohin die Reise geht. Wer nun denkt: "Jérôme, das weiß die Branche doch schon längst!!" Dem sag ich: Ach ja!? In welcher Branche arbeitest Du nochmal!?

VINE ist der Bewegtbild-Konkurrent von Instagram. Aber auch hier zählt: Kreativität ist gefragt! Burberry ist damit eines der ersten Modehäuser, das dieses Tool auch in Fashion Shows einbindet.

Teilweise werden Online Redaktionen zusammen gestellt, die total unterbesetzt sind. Sicherlich - und das ist keine Frage - ist es auch für Geschäftsführer nicht einfach: Einerseits muss der Print erhalten werden, um das damit verbundene Personal abzusichern und andererseits lechzt die Zukunft nach Moneten. Es gibt bestimmte Magazine, von denen ich glaube, dass sie in 10 Jahren nicht mehr auf dem Markt sind. Andere widerum werden ein Leben lang bestehen bleiben. Aber ob Blogs die Zukunft sind? Dafür möchte ich nach wie vor nicht die Hand ins Feuer legen. Denn ein Magazinname bringt auch im digitalen Bereich soviel Image mit sich und kann zu einem absoluten Zugpferd auf sämtlichen Plattformen avancieren, was als Blogger erstmal hart erarbeitet werden muss. Die, die es packen (bspw. Journelles), denen kann man nur gratulieren.

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Burberrys YouTube Kanal

Unternehmen aus der Verlags- und Modebranche, die den Zug Richtung World Wide Web erkannt haben, sei empfohlen: "Schaut Euch die Leute, die Ihr einstellen wollt, ordentlich an. Die meisten labern nur und haben von nichts eine Ahnung." Jetzt bleibt nur die Frage, wie man das richtige Personal findet. Vielleicht ein Blogger, der seit mindestens drei Jahren professionell bloggt? Why not!?

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Auf der Webseite wird ebenfalls kommuniziert...

Wie dem auch sei… Zurück zu den Modehäusern. Let`s talk about Social Media. Oder wie es Anfang Dezember 2013 F. Scott Woods (Deutschland Chef Facebook) so vortrefflich gegenüber `Der Handel´ formulierte: "Ich mag den Begriff Social inzwischen nicht mehr hören, der ist von gestern. Facebook ist längst viel mehr als nur eine Social Media-Plattform. Viele Unternehmen konzentrieren sich immer noch zu stark darauf, ihre 'Community' zu managen. Doch das Ziel eines Händlers ist es ja nicht, sozial zu sein, sondern erfolgreich zu wirtschaften." Und angeknüpft an diesen Gedanken, frage ich mich manchmal, was Marken meinen, was Social Media Berater machen? Den ganzen Tag Facebook-Bildchen liken!?!? Schnell mal ein Foto knippsen und darüber berichten, was im kleinen Atelier so passiert!?!? Ja, was machen wohl solche Leute? Genau. Sie schaffen Euch das Geld rein. Und DAS kostet. Denn wer hier in Deutschland versteht etwas von Mode sowie E-Commerce und kennt sich obendrein noch mit Presse und Vermarktung aus!? Kaum jemand.

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…einschließlich der Instagram-Beiträge und natürlich samt der Fashion Show Live.

Und an dieser Stelle breche ich ab. Denn die Antworten auf diese Fragen müssen die, die sich nun angesprochen fühlen, selbst zusammen suchen. Mussten wir als Blogger ja schließlich auch ;-)

Wen ein Modehaus jetzt übrigens denkt: "Oh, wir müssen uns an Burberry orientieren. Die machen es richtig!" Dem sei gesagt: Nope. Falscher Gedanke. Im Online Bereich zu arbeiten, bedeutet innovativ denken! Das macht Burberry auch. UND GENAU DESHALB SIND UND BLEIBEN SIE DIE PIONIERE!

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Im Anschluss an die Modenschau können im hauseigenen Online Shop Teile der Kollektion gekauft werden - sozusagen live und direkt vom Catwalk weg!

Photos: PR Germany, Burberry

Modepilot
Modepilot ist Deutschlands erster Modeblog. Mit seiner Gründung in 2007 war und ist er Vorreiter der unabhängigen Mode-Berichterstattung. Noch heute wird die Seite leidenschaftlich von Mitgründerin Kathrin Bierling geführt. Sie ist eine ausgebildete und erfahrene Journalistin, die zunächst bei der Financial Times lernte und arbeitete und dann einige Jahre bei der WirtschaftsWoche beschäftigt war, bevor sie die Seiten Harpersbazaar.de, Elle.de und InStyle.de verantwortete. An Modepilot liebt sie, dass sie die Seite immer wieder neu erfinden muss, um am Puls der Zeit zu bleiben. Worin sie und ihre Autoren sich stets treu bleiben: Den Leser ernst nehmen, nicht sich selbst.

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