Die Mode-Kollektion von InStyle
Isabelle Braun

Die Mode-Kollektion von InStyle

Eigentlich ist eine logische Konsequenz: InStyle-Chefredakteuerin Annette Weber hat ein ziemlich genaues Gespür für Trends, wie man sie zuspitzt und dem Leser verständlich nahebringt. Ein bisschen wie die Bild-Zeitung und das meine ich ganz ehrlich absolut positiv. Auf ihre Expertise hat sich auch schon der ein oder andere Boutique-Inhaber verlassen und Annette Weber selbst trägt Modetrends, die im Magazin als „Hot Shit“ abgefeiert werden, mit Konsequenz.

(The Mercer) N.Y. x InStyle

Nun hat sie für die Modemarke „(The Mercer) N.Y." eine Capsule Collection entwickelt. 12 Teile ingesamt, die man fast alle haben möchte: Zum Beispiel ein kuscheliger Rollkragen-Pullover aus Kaschmir in knalligem Orange, ein Pencil-Skirt aus Leder – modisch, aber zeitlos und im „Contemporary“-Preissegment. Sprich: Nicht High-End, aber auch nicht High-Street, sondern eben dazwischen.

Die Kollektion ist zum Beispiel via Lodenfrey erhältlich.

In der Pressemitteilung verkündetet Verlagshaus Burda vorab: „Mit der Kooperation nutzt InStyle ihre Modekompetenz und Markenstärke, um ein neues Erlösfeld zu erschließen und gleichzeitig auf einem zusätzlichen Weg mit den Konsumenten in Kontakt zu treten.“ In Zeiten von rapide sinkenden Auflagen, knappen Anzeigen-Budgets (well, zu knapp für einen großen Kostenapparat) und steigender (Online)-Konkurrenz, müssen sich klassische Medienmarken überlegen, wie sie zukünftig Geld verdienen. Und bei so viel Fashion-Kompetenz liegt es natürlich nahe, selbst Mode zu verkaufen, statt nur zu zeigen.

(The Mercer) N.Y. ist eine Eigenmarke des Bielefelder Einkaufsverbund Katag AG und unter anderem bekannt für hochwertige Cashmere- und Seidenteile zu vernünftigen Preisen. Aber auch die Industrie will (und muss!) neue Kaufimpulse setzen. Das Premium-Segment ist hart umkämpft. Ende letzten Jahres sagte Katag-Vorstand Angelika Schindler-Obenhaus der Textilwirtschaft bereits, dass es nicht ausreicht solide Basics herzustellen: „(...)Ein schöner Pulli allein, ohne die richtige moderne Hose dazu, kann leicht missverstanden werden. Der schlichte, boxy Cashmere-Pulli wirkt erst wirklich neu in Verbindung zu Highwaist-Pants, Destroyed-Denims oder eben Culottes. Solche Dinge sind wichtig, um über Outfits die Modernität der Kollektion darzustellen.“

Eine runde Sache also, bis auf die Frage des Abends beim Launch-Event bei Lodenfrey: Warum ist Cathy Fischer (pardon, Catherine Hummels) Testimonial von (The Mercer) N.Y.?

cathy fischer hummels lodenfrey
Catherine Hummels mit Fingernägeln aus der Hölle. Foto: (c) BrauerPhotos fuer Sallinger

Ihre Bekanntheit ist hoch, nur leider nicht positiv besetzt. „Die ist total nett“, hieß es immer wieder als Begründung. Das ist sie ganz sicher, denn jeder kann nett sein – wenn er möchte. Aber das ist nicht die primäre Anforderung an ein Testimonial. Sympathieträger ist sie jedenfalls nicht.

Mein Lieblings-Outfit beim Launch-Event war übrigens Vintage und von Escada

jana Gutsche

Jana Gutsche (Mode-Chefin freundin) im Jumpsuit von Escada, Mini-Bucket Bag von Saint Laurent und Pool-Slides von Steve Madden

Photo Credit: Brauer Fotos für Sallinger PR, Isabelle Braun für Modepilot, Lodenfrey

Modepilot
Modepilot ist Deutschlands erster Modeblog. Mit seiner Gründung in 2007 war und ist er Vorreiter der unabhängigen Mode-Berichterstattung. Noch heute wird die Seite leidenschaftlich von Mitgründerin Kathrin Bierling geführt. Sie ist eine ausgebildete und erfahrene Journalistin, die zunächst bei der Financial Times lernte und arbeitete und dann einige Jahre bei der WirtschaftsWoche beschäftigt war, bevor sie die Seiten Harpersbazaar.de, Elle.de und InStyle.de verantwortete. An Modepilot liebt sie, dass sie die Seite immer wieder neu erfinden muss, um am Puls der Zeit zu bleiben. Worin sie und ihre Autoren sich stets treu bleiben: Den Leser ernst nehmen, nicht sich selbst.

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