Kleiden wie in Paris: Die Essentials
Was ist der Pariser Stil? Viele glauben es zu wissen. Und auf Pinterest ist der Parisian Chic ein fester Bestandteil: Bluejeans, weiße Rüschenbluse oder die Klaviatur der Nude-Töne, kurz: der Carolyn Bessette-Stil. Also keine Farben. Aber das trifft den Pariser Chic in Wahrheit nicht. Ich bin nach Paris gefahren...
Kleiden wie in Paris: Die Essentials

Pariser fallen auf, heben sich von der Masse ab, und das ganz mühelos. Sie tragen nicht Baskenmütze oder einen Macaron-Schlüsselanhänger an ihrer Handtasche, wie die Touristen. Und Touristen, die dazugehören möchten, ähneln einer schlechten Kopie des Gossip Girl-Characters Blair Waldorf. Also kurzer Faltenrock, eine gepunktete Strumpfhose, schwarze Overknee-Stiefel und eine Schleife im Haar.
Aber um mal ganz fair zu bleiben: So habe ich mir auch den Pariser Street Style damals vorgestellt. Wie falsch ich lag, habe ich erst erfahren, als eine ältere Dame meinen Look ausgelacht hat. Gott sei Dank geschah es an einem abgelegenen Ort... auf der Champs Élysée. Ein wahr gewordener Fiebertraum.
Wie aber dann?

Die Crème de la Crème gibt sich keine Mühe, dazuzugehören. Sie kombiniert mehrere Stoffe wild miteinander oder hält alles in Denim. Und statt überzüchteten dunklen und laminierten Brauen kommen gebleichte Brauen ins Spiel.
Ein enger Lederrock mit einem Wollpulli? Kein Slay. Ein enger Lederrock mit der dazugehörigen engen, kurzen Turtleneck Lederjacke und schwarzen Leder Kitten Heels - Ähm Slay?!
Die Pariser fürchten sich nicht vor Stilbrüchen. Die Kombination von verschiedenen Farben, Stoffen, Mustern und der richtigen Portion Selbstbewusstsein macht einen Look erst Iconic.
Sichere Basics

Die Taschen? Je größer, desto besser. Bestenfalls in einem Raubtiermuster. Und die Pariser lieben das Layern mindestens genauso wie ihren Aperol auf der Terrasse. Ein weißes Shirt mit einem Top. Dazu eine schwarze Anzugshose oder eine Caprihose, die zur Hälfte von einem roten Spitzentuch bedeckt wird.
Besonders im Trend sind Clutch-Taschen in der Größe einer Shopper. Bottega Veneta und Balenciaga sind die Spitzenreiter auf den Pariser Straßen.

Ihre Liebe zur Mode drücken sie durch Statement-Mäntel aus, unter denen man auch nackt sein könnte. Das kann ein Wollmantel mit gelb-grünem Schachbrettmuster oder einer mit Puffärmeln und Schulterpolstern sein.

Aber welche Schuhe?
Aber welche Schuhe? No doubt: Loafer. Schlicht, klassisch, schwarz. Dafür aber einen knalligen Rock oder eine gemusterte Jacke. Wobei: Warum entscheiden, wenn man beides haben kann?

Kitten Heels mit Nieten, Schnüren, oder Schnallen. Dazu leicht transparente rote oder gestreifte Socken. Du willst es bequemer?

Scandi-Style hat hier zwar nichts verloren, aber die Pariserinnen lieben Ballerinas in allen Varianten und vor allem die Chanel flats und die begehrten Sneakerinas mit weißen Rüschensocken. Traum!

Aber keine Sorge: Bei Schuhen kannst du überhaupt keinen Fehltritt machen. Von Flip Flops bis hin zu außergewöhnlichen Schnürstiefeln ist alles dabei.

Nude-Farben ist den Pariser*innen zu wenig Ausdruck. Sie lieben es ausgefallen und individuell. 'Darf man diese Teile miteinander kombinieren?' oder 'beißen sich die Farben?' sind keine Fragen, die sie sich stellen. Sie machen einfach und warum eigentlich auch nicht? Wieso können wir das nicht so gut? Lassen wir uns vielleicht zu stark von Bildergalerien und It-Girls beeinflussen und sind wir deshalb weniger selbstsicher darin zu wissen, was gut zu uns passt?
Autorin dieses Artikels: Klara Schlemmer
Über die Autorin
Klara Schlemmer über sich selbst: Ich liebe es, Schnäppchen zu ergattern. Im ersten Moment denke ich nicht daran, ob es mir gefällt, sondern was für ein tolles Angebot ich gefunden habe. In den meisten Fällen kann ich auch meine Finger nicht davonlassen. Meistens handelt es sich dabei um einen schmalen Grat zwischen „hässlich“ und „schon wieder cool“, aber Hauptsache ein Schnäppchen.
Mein schönstes und prägendstes Modeerlebnis war, als ich zu meinem Abi eine MCM-Tasche bekommen habe. Hört sich im ersten Moment nach Klischee an, ich weiß. Es ging mir aber nicht um die Tasche, sondern darum, dass meine Mama wusste, dass ich bei einem Shoppingausflug mit ihr, als ich 15 Jahre alt war, diese Tasche gesehen und mich verliebt habe. Ich habe sie mir abfotografiert und mir in meinen „was ich mal haben möchte, wenn ich groß bin“-Wishlist-Ordner gelegt. Ich wollte mir den Wunsch später als Erwachsene erfüllen, wenn ich etwas Großes erreicht habe. Meine Mama wusste das und hat mir genau diese Botschaft vermitteln wollen. Mode war für mich nie nur Kleidung, sondern etwas, das Verbindung schafft.
Photo Credit: Klara Schlemmer für Modepilot
Reacties