Was zieht man zur Hochzeit an?
Kathrin Bierling

Was zieht man zur Hochzeit an?

Aus gegebenem Anlass fassen wir zusammen, was man als Gast am besten zu Hochzeiten trägt. Es ist Hochzeitsmonat Mai und zack werde ich wieder von Freundinnen und Freundinnen von Freundinnen gefragt: Was soll ich bloß anziehen?

Pauschal kann man das nicht beantworten. Es gibt Hochzeiten mit vorgegebenem Dresscode ("White Tie": Frack und langes Abendkleid; "Black Tie": Smoking und knielanges oder längeres Abendkleid) und bayerische Hochzeiten, bei denen man mit einem Dirndl oft gut beraten ist. Aber für Frauen gilt generell: Es sollte ein Kleid sein, das entweder knielang oder länger ist und keinesfalls weiß ist. Auch besser nicht cremefarben (Ausnahme: die Blumenkinder). Schließlich soll die Braut in ihrem Weiß (oder Creme) leuchten und alle anderen Frauen können dieses Leuchten in hellen, fröhlichen Farben untermalen.

Auch Schwarz gilt es für Frauen zu vermeiden: Es ist immerhin ein fröhlicher, privater Anlass und gerade in den kommenden Monaten macht sich das schwarze Kleid auf einem Gruppenfoto nicht gut.

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Ein schwarzes Kleid hätte das Gruppenfoto auf der Hochzeit meiner besten Freundin nicht schöner gemacht.

Aktuell gibt es wieder viele schöne Kleider, die man auf einer Hochzeit tragen möchte. Und das auch zu fairen Preisen. Aber fangen wir einmal mit den "Tops of the Pops" von Chloé für eine Strandhochzeit an, die ungefähr so viel kosten wie ein ganzer Strandabschnitt.

Ich finde, dass Seide (oder Spitze) immer noch das schönste Material für diesen Anlass ist. Da gibt es freilich auch noch andere Kleider, die man beispielsweise gut zum Standesamt oder in formelleren Locations tragen kann. Wer nicht auf den Preis achten muss, kann sich hier einmal genüsslich durchklicken. Andere warten auf die Tipps weiter unten, die selbstverständlich nicht weniger schön sind!

Kommen wir zu den schönsten Hochzeitsgast-Kleidern unter 500 Euro (..., die man auch zu anderen Anlässen wieder tragen kann):

Kleider in Blau- und Grüntönen unter 500 Euro

Kleider in Rot- und Rosatönen unter 500 Euro

Kleider in Gelbtönen unter 500 Euro

Jäckchen für Cocktail- und Abendkleider

Was zieht man drüber? Eine Frage, die auch mir immer wieder Kopfschmerzen bereitet: Die meisten Jacken sind zu lang für ein Abend- oder Cocktailkleid und werden dem festlichen Anlass nicht gerecht. Ohne "Drüber" möchte man aber nicht planen: Es könnte frisch werden, spätestens abends oder in der Kirche. Die Lösung: die Cashmere-Stola "Kasha1" von Talbot Runhof. Das Designer-Duo aus München hat sich auf Abendmode spezialisiert und entsprechend vorgesorgt. Die Wickeljacken gibt es in jeder Saison und in zahlreichen Farben. Prinzessin Minzi zu Hohenlohe, die bei Talbot Runhof auch das Celebrity-Dressing betreut, gab mir den Tipp, die Stola als Wickeljacke und auch mal andersherum zu tragen. Das sieht fantastisch aus und wärmt selbst im Winter ausreichend.

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Die Stola "Kasha1" von Talbot Runhof aus Cashmere, hier in Dunkelblau

Schuhe zum Kleid

Ich rate zu silber- oder goldfarbenen Sandaletten: Sie passen immer. Silber zu Gelb und Rosa; Gold zu Rot, Grün und Türkis – siehe meine Manolo Blahniks ganz oben rechts im Bild. Sie sollten keinen zu hohen Absatz haben – man möchte ja tanzen! Überkreuz-Riemen geben einen besseren Halt.

Insgesamt gilt: Alles halb so wild! Hosenanzüge und Overalls gehen auch. Und im Zweifel einfach die Braut fragen, was sie sich wünscht: z.B. ein langes Abendkleid oder helle Farben. Vermutlich hat sie aber auch nichts dagegen, wenn Du etwas Schwarzes trägst. In meinem Fall hat sich das Fragen gelohnt: Sabine (ganz oben zwischen den Blumenkindern) wünschte sich das türkisfarbene Seidenkleid, das ich Jahre zuvor in einem gemeinsamen Urlaub anhatte. Schon hatte sich mein Stress in Luft aufgelöst.

Photo Credit: Sabine Römer

Modepilot
Modepilot ist Deutschlands erster Modeblog. Mit seiner Gründung in 2007 war und ist er Vorreiter der unabhängigen Mode-Berichterstattung. Noch heute wird die Seite leidenschaftlich von Mitgründerin Kathrin Bierling geführt. Sie ist eine ausgebildete und erfahrene Journalistin, die zunächst bei der Financial Times lernte und arbeitete und dann einige Jahre bei der WirtschaftsWoche beschäftigt war, bevor sie die Seiten Harpersbazaar.de, Elle.de und InStyle.de verantwortete. An Modepilot liebt sie, dass sie die Seite immer wieder neu erfinden muss, um am Puls der Zeit zu bleiben. Worin sie und ihre Autoren sich stets treu bleiben: Den Leser ernst nehmen, nicht sich selbst.

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