Zwischenmeldung
Kathrin Bierling

Zwischenmeldung

Hallo liebe Modepilot-Leser,

so lange war es seit der Gründung von Modepilot in 2007 noch nie still auf der Seite. Genau genommen gab es in den fast 17 Jahren noch nicht einmal eine Sommerpause oder ähnliches. Und jetzt sind schon drei Monate seit dem letzten Artikel vergangen.

Dafür gibt es viele Gründe. Was lässt sich nach fast 16 Jahren noch über Mode schreiben? Viel. Der ausschlaggebende Grund ist ein neuer Job. Darauf gehe ich gleich noch ein. Nur eines vorab: Modepilot bleibt immer ein Teil von mir. Und nur, weil ich hier gerade weniger schreibe, heißt das nicht, dass ich nicht weiterhin alle Straßen und Partys nach neuen Modeströmungen scanne oder verfolge, was auf politischer Ebene gerade in Frankreich passiert, um Fast Fashion den Kampf anzusagen (>>>).

Kathrin Bierling, Gi Elle Pfabe, Katja Kleebach, Zwischenmeldung
Hier bin ich mit Gi Elle Pfabe (DLD/Burda, Mitte) und Katja Kleebach (Kleebach Consulting, Modepilot, rechts) bei der DLD Konferenz in München

Die meiste Zeit verbringe ich allerdings seit Mitte Januar als Vollzeit-Werbetexterin. Es macht mir Spaß, etwas Neues zu lernen ­­­­­­­­– nicht nur, was das Fachliche angeht, sondern auch die Arbeitsweise in einem jungen, niederländischen Unternehmen. Hier wird anders gearbeitet als ich es bisher kannte. Das betrifft einerseits die humanen Arbeitszeiten, aber auch die Feedback-Mentalität. Und ich genieße es, nach all den Jahren als Freischaffende, fürs Herumzublödeln ein geregeltes Einkommen zu haben.

Kathrin Bierling Modepilot
Mit unserem Sohn auf Reisen

Doch, um ehrlich zu sein: Am meisten fehlte mir das Feedback. Es begann mit den generell abnehmenden Kommentaren auf Blogs und wurde richtig schlimm mit der Pandemie. Auch kam ich durch meine Schwanger- und Mutterschaft weniger unter Menschen, die mich auf Modepilot ansprachen. Und so fühlte es sich an als würde eh keiner mehr lesen, was ich schreibe. Da halfen mir auch die recht stabilen Zahlen in Google Analytics nicht, die zwar belegten, dass Modepilot nach wie vor gelesen wird. Aber das ist mir zu abstrakt. Wer steckt hinter den Zahlen? Tim, Sabrina, Friederike? Lieben sie Dries oder Dior? Kaufen sie Vintage, Fast Fashion oder beides? Was inspiriert sie? Was bringt sie zum Lachen? In Deutschland nur einmal auf der Straße auf einen Artikel angesprochen, gibt mir mehr Energie als jede Zahl. Nur bin ich da zur Zeit leider selten.

In meinem neuen Job bekomme ich täglich Feedback. Ich lerne, wie man mit Kampagnen möglichst viele Menschen erreicht; zum Schmunzeln oder gar zum Lachen bringt. Oder ich schaue mir ab, wie ich Dinge besser machen kann: E-Mails an Kollegen etwa oder Ideen pitchen. Demnächst läuft eine von mir getextete Kampagne sogar in deutschen Kinos. Das ist doch mal was Neues!

Kathrin Bierling Modepilot Coolblue
Für meinen neuen Job habe ich ein dreistündiges Praktikum im Store absolviert: Krass, wie scharf so ein Fernsehbild sein ­– echter als in echt

Ich hoffe, Ihr fühlt mit mir. Demnächst schreibe ich auch wieder mehr für Modepilot, zum Beispiel über bürotaugliche Modetrends. Immerhin arbeite ich zweimal die Woche im Büro in Rotterdam – eine der inspirierendsten Städte, in der übrigens Modedesigner Virgil Abloh, Gott hab ihn selig, beobachtete, was als Nächstes kommt. Aber ich werde auch über all die Dinge schreiben, die ich nicht mehr brauche oder für die ich (günstige) Alternativen fand.

Photo Credit: Kathrin Bierling, Maarten Bosch

Modepilot
Modepilot ist Deutschlands erster Modeblog. Mit seiner Gründung in 2007 war und ist er Vorreiter der unabhängigen Mode-Berichterstattung. Noch heute wird die Seite leidenschaftlich von Mitgründerin Kathrin Bierling geführt. Sie ist eine ausgebildete und erfahrene Journalistin, die zunächst bei der Financial Times lernte und arbeitete und dann einige Jahre bei der WirtschaftsWoche beschäftigt war, bevor sie die Seiten Harpersbazaar.de, Elle.de und InStyle.de verantwortete. An Modepilot liebt sie, dass sie die Seite immer wieder neu erfinden muss, um am Puls der Zeit zu bleiben. Worin sie und ihre Autoren sich stets treu bleiben: Den Leser ernst nehmen, nicht sich selbst.

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